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Unsere Vertreter für die Stadt Linden: Magistrat Petra Braun - Fraktion Marc Bausch, Joachim Schaffer, Hartmut Schau

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Aktuelles der FWG

Neue Technik im Schwimmbad

Gießener Anzeiger, 07. Oktober 2026

Gut für Kommune und Badegäste

Neue Schwimmbadtechnik hilft in Linden, Kosten zu senken und Wasserqualität zu erhöhen

Linden – Zwei Monate im Einsatz – und bereits fast 6000 Euro eingespart: Der Marmorkies-Reaktionsbehälter im Freibad Linden zeigt schon nach kurzer Zeit, auch zur großen Freude von Bürgermeister Fabian Wedemann (CDU) und dem Fachangestellten für Bäderbetriebe des Lindener Freibadteams, Daniel Heil, welches Einsparpotenzial in der neuen Technik steckt. Auch wenn der rund 7980 Euro teure Spezialbehälter aufgrund von Einbauschwierigkeiten etwas später als erhofft in Betrieb genommen werden konnte, so konnten bei genau zweimonatiger Betriebszeit bis zur Schließung des Freibads die Kosten für die pH-Korrektur des Beckenwassers nicht nur deutlich reduziert werden. Auch die Anschaffungskosten blieben weit unter den veranschlagten und im städtischen Haushalt eingestellten 11.000 Euro.

310 Euro statt bisher 3250 Euro pro Monat

Die erheblichen Einsparungen passen bestens zum Besucherrekord von 83.500 Personen in der diesjährigen Freibadsaison (der Anzeiger berichtete). Wie Wedemann erläuterte, mussten seit der Inbetriebnahme statt bisher rund 3250 Euro pro Monat lediglich noch etwa 310 Euro für die pH-Korrektur des Beckenwassers aufgewendet werden. Wie Heil ergänzte, unterstützt der im Technikraum des Schwimmbads untergebrachte und von den Badegästen nicht zu sehende Marmorkies-Reaktionsbehälter die Regulierung des pH-Wertes. Der Behälter ist mit Marmorkies gefüllt, der hauptsächlich aus Calciumcarbonat besteht.

Das Wasser wird durch den Behälter geleitet und kommt dabei mit dem Marmorkies in Kontakt. Ein Teil des Marmorkieses kann sich dabei im Wasser lösen. Dadurch gelangen etwa Calcium und Hydrogencarbonat in das Wasser. Diese Stoffe unterstützen die Pufferwirkung des Wassers und helfen dabei, den pH-Wert stabil zu halten. Dieser Wert spielt bei der Wasseraufbereitung eines Schwimmbades eine wichtige Rolle. Denn nach DIN 19643 muss der pH-Wert des Beckenwassers im Bereich von 6,5 bis 7,5 liegen.

Bakterien und Keime abtöten

In diesem Bereich kann das eingesetzte Chlor besonders wirksam arbeiten. Ein großer Teil des Chlors liegt dann als Hypochlorsäure vor. Diese ist für die Desinfektion des Wassers besonders wichtig, da sie Keime und Bakterien zuverlässig abtötet.

Gleichzeitig ist dieser pH-Bereich für die Badegäste angenehm, da ein passender pH-Wert die Haut und Augen weniger belastet. Auch für die Schwimmbadtechnik ist ein korrekt eingestellter Wert wichtig, da eine ungünstige Wasserchemie zu einer stärkeren Belastung von Leitungen, Armaturen und anderen Anlagenteilen führen kann.

Wie Heil zudem mitteilte, wird auch bei der Desinfektion des Beckenwassers Chlor eingesetzt. Durch die Zugabe und die chemischen Reaktionen des Chlors kann der pH-Wert des Wassers sinken. Deshalb muss der Wert regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angehoben werden. Vor dem Einsatz des Marmorkies-Reaktionsbehälters musste dies im Freibad Linden hauptsächlich mit einem sogenannten flüssigen pH-Heber erfolgen. Durch den Spezialbehälter kann ein Teil dieser notwendigen Korrektur finanziell wesentlich günstiger auf natürliche Weise unterstützt werden.

Stabiler pH-Wert

Das Wasser nimmt beim Durchströmen des Marmorkieses Stoffe auf, die zur Stabilisierung des pH-Wertes beitragen. Dadurch wird weniger flüssiger pH-Heber benötigt.

Allerdings ersetze der Marmorkies nicht die regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes. Die Wasserwerte müssen laut Heil auch weiterhin überwacht werden, damit der vorgeschriebene Bereich eingehalten wird. Je nach Wetter, Wassertemperatur und Anzahl der Badegäste kann sich der Korrekturbedarf verändern. „Bei starkem Besucherandrang, den wir ja in dieser Saison hatten, wird dann auch mehr Chlor benötigt, wodurch sich auch der Bedarf an pH-Korrektur verändern kann“, so Heil.

Insgesamt also „eine Anschaffung, die sich voll gelohnt hat, und auch dies rundet die Erfolgsbilanz der Freibadsaison 2026 ab“, zeigt sich Wedemann über die bisherigen Ergebnisse der neuen Technik sichtlich erfreut.

THOMAS WISSNER