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Unsere Vertreter für die Stadt Linden: Magistrat Petra Braun - Fraktion Marc Bausch, Joachim Schaffer, Hartmut Schau

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Aktuelles der FWG

Dank an ehrenamtliche Helfer

Gießener Anzeiger, 25. August 2026

Zeit und Aufmerksamkeit schenken

Johannesstift Gießen und Seniorenzentrum Linden würdigen ehrenamtlich Mitarbeitende


Linden – Das Ehrenamt zu würdigen und dafür ausdrücklich „Danke“ zu sagen, Lob und Anerkennung auszusprechen, ist nicht nur einfach ein Termin im Jahreskalender des Altenhilfezentrums Johannesstift Gießen und des Seniorenzentrums Linden, sondern stets auch eine Zusammenkunft, um die Ehrenamtlichen über aktuelle Angebote und gemachte Erfahrungen aus den Einrichtungen zu informieren.

Jährliches Treffen

In Linden fand dieses Mal das jährliche Treffen statt, zu dem die Einrichtungsleiterin beider Häuser und Geschäftsführerin der Gesellschaft für diakonische Altenhilfe Gießen und Linden gGmbH, Christa Hofmann-Bremer, acht Frauen und zwei Männer begrüßen konnte.

Dass es für eine persönliche Begegnung manchmal nur einen einfachen Gegenstand benötigt, zeigte Referentin Nicole Ofer von der Pflegeberatung Nicole Ofer. Unter dem Titel „Impulse für die Einzelbetreuung“ beschäftigte sie sich mit einer Entwicklung, die den Alltag in der stationären Altenhilfe zunehmend prägt: Viele Menschen bleiben heute so lange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld und ziehen erst mit höherem Pflege- und Betreuungsbedarf in eine stationäre Einrichtung. Das verändert auch die soziale Betreuung. „Große Gruppen können zunehmend weniger stattfinden“, so Hofmann-Bremer.

Für die Mitarbeitenden der sozialtherapeutischen Dienste und die Ehrenamtlichen stellt sich deshalb immer häufiger die Frage, wie sie Bewohnerinnen und Bewohner erreichen können, die aus körperlichen oder kognitiven Gründen nicht mehr an Gruppenaktivitäten teilnehmen können. Ofer zeigte, dass dafür nicht immer umfangreiches biografisches Wissen nötig ist. Schon einzelne Informationen können einen Ansatzpunkt bieten. Wer weiß, welchen Beruf ein Mensch ausgeübt hat, wo er gelebt hat oder welchen Hobbys er nachgegangen ist, kann daran anknüpfen und ein Stück der eigenen Identität wieder sichtbar machen.

Auch alltägliche Gegenstände können dabei zu Türöffnern werden. Ein Tannenzapfen kann Erinnerungen an Waldspaziergänge oder frühere Erlebnisse wecken. Ein Tortenheber kann ein Gespräch über das Backen, Familienfeiern oder den Sonntagskaffee anstoßen. Selbst wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner nicht mehr mit Worten kommunizieren kann, gibt es Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu treten. Ehrenamtliche können eine Geschichte erzählen und dabei aufmerksam beobachten, worauf ihr Gegenüber reagiert. Entscheidend sei dabei vor allem, sich auf den Menschen einzulassen und ihm Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken.

Gerade darin sieht Hofmann-Bremer eine besondere Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements. Zum Auftakt des Treffens hatte sie die Teilnehmer deshalb eingeladen, über das Bild eines Lebensbaums nachzudenken. Was gibt mir Kraft? Was darf ich loslassen? Und welche Früchte möchte ich anderen schenken? „Unsere Ehrenamtlichen schenken etwas sehr Wertvolles: ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit“, sagt die Einrichtungsleiterin. Dabei gäben sie den Bewohnerinnen und Bewohnern das Gefühl, gesehen zu werden, und vermittelten ihnen: „Da ist jemand, der jetzt nur für mich da ist.“

Aktueller Einblick

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab Hofmann-Bremer gemeinsam mit der Leiterin des sozialtherapeutischen Dienstes im Johannesstift, Eva Becker, und Sozialtherapeutin Irina Helm vom Seniorenzentrum, den Ehrenamtlichen einen aktuellen Einblick in die Arbeit beider Einrichtungen. Außerdem stellten sie Themen und Angebote vor, die die Häuser in den kommenden Monaten beschäftigen werden.

Der Impuls des Treffens lässt sich dagegen schon beim nächsten Besuch umsetzen: Für einen persönlichen Zugang braucht es nicht immer ein großes Angebot. Manchmal genügen ein Gegenstand, eine bekannte Erinnerung und jemand, der sich Zeit nimmt.

THOMAS WISSNER