Gießener Anzeiger, 02. Juli 2026
Beitrag für ein gutes Miteinander

Sozialministerin Hofmann übergibt 301.110 Euro für barrierefreien Mehrgenerationenplatz
Linden – „Was lange währt, wird endlich gut.“ Dieses bekannte Sprichwort passt bestens zur nun erfolgten Übergabe eines Förderbescheids über 301.110 Euro für den „Mehrgenerationenplatz Ludwigsplatz“ in Großen-Linden durch Hessens Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) an Lindens Bürgermeister Fabian Wedemann (CDU). Dieser konnte neben Vertretern der politischen Gremien der Stadt auch eine Delegation aus der japanischen Partnerstadt Warabi mit Oberbürgermeister Hideo Yoritaka an der Spitze zur feierlichen Bescheidübergabe begrüßen.
„Bei subtropischen Temperaturen bin ich gerne zu diesem schönen Anlass hierhergekommen“, versicherte Hofmann. „Im Mittelpunkt stand die Frage, wie kann man diesen Platz noch attraktiver machen, damit Menschen zusammenkommen, sich begegnen und gemeinsam Zeit verbringen und vor allem auch Inklusion gelebt wird – und da kommen wir als Ministerium ins Spiel“, ging die Staatsministerin auf die nun anstehende Weiterentwicklung zu einem Mehrgenerationen- und Begegnungsort ein. Das Ministerium unterstütze solche Projekte ausdrücklich, da sie einen wichtigen Beitrag für ein gutes Miteinander in den Städten leisteten.
Erlebbar für alle Generationen
Geplant sind inklusive Spielgeräte und vielfältige Elemente, die den Platz für alle Generationen erlebbar machen. „Damit entstehe ein echter Mehrwert für die Stadt Linden und ein Ort, der Begegnung, Teilhabe und gemeinsames Miteinander fördert“, so Hofmann. Wedemann ging anschließend auf die rund 600.000 Euro teure Maßnahme ein, die wohl im ersten Quartal 2027 fertiggestellt sein soll. Doch zunächst müssten Firmen gefunden werden,um den Ausbau umzusetzen. „Das Projekt dient der Umsetzung inklusiver kommunaler Angebote im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und setzt ein Zeichen für Barrierefreiheit, Teilhabe und ein lebendiges Miteinander in der Stadt“, so Wedemann. Wie dieser ausführte, wird der Bereich rund um den Ludwigsplatz umfassend neu geordnet und barrierefrei umgestaltet.
Bestehende Eingänge werden erneuert, da bisherige Trampelpfade keine geeigneten und barrierefreien Zugänge darstellten. Auch die Wegeführung im Park wird so angepasst, dass kürzere und bessere Verbindungen durch die Anlage entstehen. Ein Teil des Parks bleibt bewusst als großzügige Rasen- und Wiesenfläche erhalten, um weiterhin Veranstaltungen und Aktionen zu ermöglichen. Gleichzeitig wird ein neuer Schwerpunkt auf inklusive Angebote gelegt: Geplant sind ein Bodentrampolin, das auch für Rollstuhlfahrende nutzbar ist, eine Nestschaukel sowie ein Wasserspiel. Zudem werden kleinere Anpassungen vorgenommen, etwa eine veränderte Heckenführung zur besseren Nutzung der Parkflächen.
Nach Rückschlag nun doch Förderung
Das Projekt wurde im Stadtparlament mehrheitlich beschlossen und verzeichnete einen langen Weg. Bereits zu Corona-Zeiten wurde seitens der CDU die Initiative zur Neugestaltung mit Ortsterminen gestartet. Dann befassten sich die gesamte zurückliegende Legislaturperiode Lindens Parlamentarier mit dem Vorhaben. 2022 folgte ein herber Rückschlag: Ein Antrag auf Fördermittel zur Umgestaltung im Rahmen des Landesprogramms „Zukunft Innenstadt“ wurde negativ beschieden. Nun erhält die Stadt die Förderung aufgrund der Förderrichtlinie zum Ausbau inklusiver kommunaler Angebote im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention.
THOMAS WISSNER