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Unsere Vertreter für die Stadt Linden: Magistrat Petra Braun - Fraktion Marc Bausch, Joachim Schaffer, Hartmut Schau

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Aktuelles der FWG

Zwei Stadtteile finden zusammen

Gießener Anzeiger, 11. August 2026

Vorboten des Lindener Stadtjubiläums

Bauhof und Kita entstanden 1991 und führten zwei Stadtteile zusammen

Linden – Der Lindener Bauhof spielte beim Zusammenwachsen der beiden einst selbstständigen Stadtteile eine wesentliche Rolle, war sozusagen das i-Tüpfelchen der Zusammenführung. Vor 35 Jahren, 1991, wurden der Bauhof und der Kindergarten hier errichtet. Diese kleinen Geburtstage wecken bereits Vorfreude auf ein Jubiläum im nächsten Jahr, die Stadt wird dann ein halbes Jahrhundert alt.

Errichtung kostet fast 1,1 Millionen Euro

Der städtische Bauhof wie auch die Kindertagesstätte Stadtzentrum wurden kurz hintereinander 1991 geöffnet. Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde dieser mit einem „Tag der offenen Tür“ im Juni seiner Bestimmung übergeben. Der damalige Erste Stadtrat Paul Steinel (FWG) nahm die Grundsteinlegung vor. Vor zahlreichen Bürgern hatte dann zwölf Monate später Architekt Karlheinz Schmidt den Schlüssel für den neuen Lindener Bauhof an Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz übergeben, den dieser umgehend an den Bauhofleiter Bernd Mattych weiterreichte. Fast 1,1 Millionen Euro (2,1 Millionen DM) kostete damals die Errichtung.

Mit dem Bauhof an zentraler Stelle wurden seinerzeit die beiden Außendienste von Großen-Linden und Leihgestern zusammengefügt. Zudem passt sich der Bauhof baulich mit seinem Klinkermauerwerk, als auch der Dachdeckung aus Pfannen in das Gebäudetrio Rathaus, Bauhof und eben des sechs Wochen später seiner Bestimmung übergebenen Kindergartens Stadtzentrum ein. 18 Bedienstete nahmen 1991 zusammen mit dem bereits verstorbenen Bauhofleiter Mattych ihren Dienst im neuen Bauhof auf.

Zur Geschichte des „Geburtstagskindes“ gehört auch ein Dachstuhlbrand 2004. Corona verhinderte die 30er-Feier in beiden Fällen.

Einrichtung einer integrativen Gruppe

35 Jahre „Integrative Kindertagesstätte Stadtzentrum“ der Stadt Linden könnten gefeiert werden. Die in elfmonatiger Bauzeit für 1,2 Millionen Euro (2,4 Millionen DM) errichtete Kindertagesstätte direkt neben dem Rathaus war die erste, die seinerzeit von der 14 Jahre zuvor gebildeten Stadt errichtet wurde. 61 Kinder hielten Einzug am 5. August 1991. „Wir haben die Einrichtung einer integrativen Gruppe gewagt. Diese Gruppe wird mit zehn nicht behinderten und einem behinderten Kind beginnen“, teilte der damalige Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz mit Verweis auf insgesamt 437 Kindergartenplätze in der Stadt mit.

„Integratives Arbeiten“ war zu dieser Zeit im Landkreis noch eine Besonderheit. So gestalteten sich die Anfänge auch etwas „holprig“. Es gab viel Diskussionsbedarf von außen – viele Experten nutzten ihr Mitspracherecht. Kinder, mussten etwa für die Betreuung innerhalb der „Integrativen Gruppe“ von

ihren Familien gezielt angemeldet werden. Dies betraf sowohl die Kinder mit Handicap als auch die ohne. Aus heutiger Sicht im Rahmen der „Inklusion“ undenkbar. Die Dringlichkeit der Betreuung am Vor- und Nachmittag wurde deutlich. Heute ist die Einrichtung mit 21 Fachkräften, einer Auszubildenden zur Erzieherin (System PivA), einer Fachkraft zur Mitarbeit in Fortbildung sowie einer Hauswirtschaftskraft und zwei Reinigungskräften einschließlich der Krabbelkäfer und der Rappelkiste und 115 Kindern die größte der Stadt.

Standort zunächst immens kritisiert

Zunächst war der Standort immens kritisiert worden, weil die Stadt durch diesen Bau den Grüngürtel im südöstlichen Rathausumfeld zerstöre. Als auch die Rathausbediensteten ihren Unmut gegen den Standort in unmittelbarer Nachbarschaft äußerten, fiel in der Stadtverordnetenversammlung ein legendärer Satz, der zu viel Unmut führte. Der langjährige FWG-Fraktionsvorsitzende Hans-Eberhard Hofmann hatte damals gefragt, ob sich die Verwaltungsangestellten im Rathaus durch einen danebenliegenden Kindergarten möglicherweise in ihrem Büroschlaf gestört fühlen würden.

Für Unmut bei den Eltern sorgte allerdings vielmehr die in unmittelbarer Nähe und teilweise über dem Kindergarten verlaufende Starkstromleitung und die Diskussionen um Elektrosmog. 2010/11 erfolgte ein An und Umbau.

Seit nunmehr 20 Jahren werden Kinder unter drei Jahren aufgenommen.2015 kam als Erweiterung die „Rappelkiste“ dazu, die jedoch keinen Platz auf dem Kindergartenareal fand und die um die Ecke in der Konrad-Adenauer-Straße in ein angemietetes ehemaliges Ladenlokal Einzug hielt.

Vor einem Jahrzehnt erfolgte die nächste Erweiterung mit den „Krabbelkäfern“ (U2) im Rathaus. Hierzu wurden die ehemaligen Räumlichkeiten der Sozialstation umgebaut, um dort eine Möglichkeit zur Betreuung von Kindern im Alter von zehn Monaten bis knapp drei Jahren zu schaffen. 2019 verabschiedete sich Monika Junker in den Ruhestand und seit dem leitet Stefanie Lückoff die Einrichtung.

Verbindung der Spielflächen passend zum 35-jährigen Bestehen in diesem Jahr kommt es nun zur Verbindung der Spielflächen, welche bisher lediglich durch eine Überführung verbunden waren. Der Fußweg zwischen beiden Kita-Außenbereichen ist mittlerweile gesperrt und wird nach Abbau der Zäune zur Zusammenführung führen.

THOMAS WISSNER