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Unsere Vertreter für die Stadt Linden: Magistrat Petra Braun - Fraktion Marc Bausch, Joachim Schaffer, Hartmut Schau

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Aktuelles der FWG

Ganztagsgebäude für die Burgschule

Gießener Anzeiger, 19. August 2026

Vielfalt für Unterricht und Betreuung

An der Burgschule entsteht ein Ganztagsgebäude für bis zu 360 Essensausgaben täglich

Linden – „Heute ist ein besonderer Tag für Burgschule, Stadt und Landkreis“, war sich Erster Kreisbeigeordneter und Kreisschuldezernent Christopher Lipp (CDU) sicher, als er zum Spatenstich für den rund acht Millionen Euro teuren Erweiterungsbau an der Burgschule in Großen-Linden schritt. Dass sich mit diesem eine fast 20-jährige Geschichte verband, hatte zuvor in ihrer Begrüßung Schulleiterin Sabine Wagner in Erinnerung gerufen.

„Bei dem nun entstehenden Neubau für den Ganztag an der Burgschule handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk, an dem viele ihren Anteil haben“, betonte Lipp. Aufgrund steigender Schülerzahlen und der wachsenden Nachfrage nach Ganztagsangeboten wird auf dem Areal der einstigen Lindenschule an der Burgschule ein neues Multifunktionsgebäude errichtet.

Containermodule errichtet

Der Ersatzneubau bietet künftig Platz für Mensa, Küche und gemeinschaftlich genutzte Bereiche im Erdgeschoss sowie einen modernen Ganztagsbereich mit Bibliothek und multifunktionalen Räumen im Obergeschoss. Die Küche wird auf die Ausgabe von bis zu 360 Essen täglich ausgelegt. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für Januar 2028 vorgesehen. Um den Erweiterungsbau zu realisieren, wurden an der Burgschule auf dem städtischen Bereich vor der Nordseite sowie auf dem Areal der angrenzenden TV-Halle zwei Containermodule errichtet. Der zweigeschossige Neubau wird als energieeffizientes Holz-Hybridgebäude mit Holzfassade errichtet und erfüllt den Passivhaus-Plus-Standard. Für eine nachhaltige Energieversorgung sorgen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Wärmespeicher sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung trägt zusätzlich zu einem energieeffizienten Betrieb und einem angenehmen Raumklima bei.

Auch die Außenanlagen rund um das Gebäude werden im Zuge der Baumaßnahme neu gestaltet und teilweise entsiegelt. Neue Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten sollen das Umfeld für die Schüler attraktiver machen. Das Obergeschoss wird über einen Aufzug barrierefrei erschlossen. Das Acht-Millionen-Projekt wird mit Fördermitteln von rund 495.000 Euro unterstützt. Wagner hatte in ihrer Begrüßung darauf verwiesen, dass es bereits im Schuljahr 2004/05 die ersten Planungen für einen Neu- oder Anbau gab, jedoch aufgrund leerer Kassen eine Sparversion für die Betreuung von Kindern im Bestandsgebäude erfolgte. Im Juli 2005 erfolgte die Aufnahme der Schule in das Ganztagsangebot des Landes Hessen und im August 2006 startete die Betreuung schließlich mit 42 Kindern zunächst im Keller, ehe im Dezember 2007 der neue Anbau mit Mensa eingeweiht werden konnte.

Betreuungsbedarf gestiegen

Mit der Schließung der Lindenschule 2014 und der Fusion dem Elternverein „Lindenkids“ im Jahr 2015 stieg der Betreuungsbedarf weiter an. Seit 2016 wurde deshalb auch der zweigeschossige Anbau genutzt. Pläne für einen bedarfsgerechten Umbau des Verwaltungstraktes der ehemaligen Lindenschule zerschlugen sich jedoch aufgrund des schlechten baulichen Zustands des Gebäudes. Der Flachbau wurde im Mai 2024, das zweigeschossige Gebäude schließlich im Juni abgerissen. Nun schließe sich nach 20 Jahren der Kreis, so Wagner. Nun werde ein moderner Neubau geschaffen.

Aktuell würden bereits mehr als 150 der rund 300 Schüler, also etwa die Hälfte, das Betreuungsangebot am Nachmittag nutzen. Wagner zeigte sich daher stolz und dankbar, dass der Landkreis die Erweiterung ermögliche. Die Pläne des Architekturbüros seien „wunderschön“ und machten große Freude auf das entstehende Gebäude. Den unvermeidlichen Baulärm nehme man deshalb gerne als notwendiges Übel in Kauf. Lipp ging in seiner Ansprache auf die sich zerschlagenden Pläne einer weiteren Nutzung des Lindenschule-Verwaltungsgebäudes ein. Ein Umbau und eine Umnutzung seien aufgrund der Bausubstanz nicht möglich gewesen. Daher sei ein Neubau der richtige Weg für die Zukunft der Burgschule.

Wegweisend und zukunftsfähig

An der Planung seien unter anderem der Fachdienst Bauen und der Fachdienst Schule beteiligt gewesen. Lindens Erster Stadtrat Harald Liebermann versicherte, dass trotz der langen Vorgeschichte ein Neubau die richtige Entscheidung gewesen sei. Auch die Stadt habe sich bei der der Stadthalle für diesen Weg entschieden: Abriss und Neubau. Architekt Christian Prokesch vom Planungsbüro Herzig Architekten betonte, dass die Planungsphase nun weitgehend abgeschlossen sei und das Projekt mit dem Spatenstich in die Umsetzung gehe. Der Neubau sei wegweisend und zukunftsfähig: Die Holz-Hybridkonstruktion erfülle den Passivhaus-Plus-Standard, spare mehrere Hundert Tonnen CO2 ein und verkürze durch einen hohen Vorfertigungsgrad die Bauzeit.

Im Mittelpunkt standen für Prokesch jedoch nicht nur die technischen Aspekte des Neubaus. „Aber über all die technischen Rahmenbedingungen hinaus planen wir vor allem für die Kinder und die, die hier arbeiten. Neben den notwendigen Räumen für die Mittagessensversorgung werden auch Räume für die Nachmittagsbetreuung geschaffen“, so der Architekt. Dabei würden „die neuesten pädagogischen Ansätze, wie das Lernhauskonzept“ berücksichtigt. Die Räume sollten den Kindern möglichst vielfältige Möglichkeiten für Unterricht und Betreuung bieten. 

THOMAS WISSNER