Mitarbeiter überlastet?

Gießener Anzeiger, 04. Mai 2022

Erste Überlastungsanzeigen im Rathaus

König: Bei dem, was die Politik meinen Mitarbeitern abverlangt, kommen sie an gewisse Grenzen

Linden (ww). Bürgermeister Jörg König (CDU) steht unter Dauerbeschuss, auch von seiner eigenen Partei. Immerhin geht es um Personalkosten, die die Stadt belasten. Doch der Christdemokrat zeigt sich unbeirrt, wenn er mehr Rathaus-Personal fordert.

14 Stellen hätte er gerne mehr gesehen, um eine zukunftsfähige Verwaltung in Gang zu bringen. 4,5 hat er vom Stadtparlament bekommen, ein Tropfen auf den heißen Stein. Zudem muss er sie noch besetzen können.

KönigLetztlich sagen vier Fraktionen, der Bürgermeister muss mehr führen. Ob das heutzutage noch so geht, daran darf gezweifelt werden. »Wir gehen die Aufgaben jetzt richtiger als früher an. Das bindet vor allem  Personal.« Damit spielt König auf die Vergabe und Begleitung von Bauprojekten an, die jetzt nach rechtlich vorgeschriebenen Maßgaben abläuft.

Und früher habe es auch nicht so viele Anträge der Parteien gegeben, die von der Verwaltung als freiwillige Aufgaben neben den gesetzlichen Verpflichtungen dazu abgearbeitet hätten werden müssen, fügt er hinzu. »Das waren 2001/2002 mal ein oder zwei, heute sind es viel mehr.« Fakt sei, dass alte Denkmuster heute nicht mehr so funktionierten wie bisher. Mittlerweile habe er von Mitarbeitern Überlastungsanzeigen erhalten, denen er als Dienstherr nachgehen müsse. »Bei dem, was die Politik von ihnen abverlangt, da kommen sie an gewisse Grenzen.« In Pohlheim habe es zum aktuellen Haushaltsjahr keine größere Diskussion gegeben, als die reine Verwaltung aufgestockt werden sollte, wundert er sich. »Wir sollen das alles stemmen, ohne mehr Personal «, schüttelt König mit dem Kopf. Die Aussage von Dr. Christof Schütz, dass er, König, doch seine Mitarbeiter noch einmal auf den Schoß nehmen solle, dann würde alles viel besser funktionieren, klingt ihm noch im Ohr. »Wenn ich Leuten sagen muss, kommt doch mal in die Gänge, aber die Leute gehen schon am Stock, dann wird es schwierig.« Kritik höre man immer nur aus dem Parlament. »Wir wollen im Rathaus alles professionell erledigen. Meine Mitarbeiter sind mit dem Herz für Linden da.«

Ab 30. Mai ohne Termin

Der Kritik, dass das Bürgerbüro nicht schon wieder ohne Terminvergabe geöffnet sei, entgegnet er: »Am 30. Mai machen wir auf. Ab da kann man wieder ohne Termin kommen. « Dann müssten aber auch wieder Wartezeiten in Kauf genommen werden. Mit Terminvergaben seien Behördengänge besser zu strukturieren. »Auch wenn alle gegen mich schießen, kann es nicht sein, dass meine Mitarbeiter schon mit Bauchschmerzen hierher kommen, ob sie das Arbeitspensum schaffen.« Er sehe beruhigt der vom Parlament bewilligten Stellenanalyse entgegen, die genau das bestätigen werde, was bekannt sei: zu wenig Personal.

Wer jetzt behaupte, dass die Organisation im Rathaus wie die einer Großstadt sei, dem schreibt er ins Stammbuch, dass die Struktur vorher nicht so gewesen sei, wie es einer modernen Verwaltung geschuldet sei. Daran arbeite man weiterhin.

»Wir müssen nach vorne denken und unser Rathaus zukunftsfähig aufstellen.« Auf die Frage, ob das überhaupt bei dem allgemeinen Personalmangel im Bereich Verwaltung machbar sei, musst auch König zugeben, dass dieser Gedanke nicht ganz abwegig sei. Immerhin sei es sehr schwierig geworden, gutes Personal zu finden und zu binden. Es gebe sehr viel Fluktuation.

»Nichtsdestotrotz machen wir uns auf den Weg.« Und auch in zehn Jahren brauche man den angedachten Personalbestand noch, ist er sich sicher.

Die eigenen Parteikollegen gehen mit dem Bürgermeister teils hart ins Gericht. Schon sein Nachbar-Kollege aus Hüttenberg, Christof Heller, hatte, als es einen Dissens um die Hallenbadsanierung in Hüttenberg mit der eigenen Fraktion ging, konsequent sein Parteibuch zurückgegeben. König sagt hingegen: »Schön ist das alles nicht, aber daran denke ich nicht.«

Foto: Wißner

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