Oberflächenentwässerung

Gießener Anzeiger, 26. Juni 2024

Aktuelle Daten zur Entwässerung
Alle Lindener Grundstückseigentümer erhalten Schreiben der Stadtverwaltung

Linden (twi). Was aufgrund des Titels »Aktualisierung gebührenrelevanter Flächen GAB« wie ein bürokratisches Fragezeichen daherkam, erwies sich bei der Bürgerversammlung als informatives Thema – und alle 3500 Grundstückseigentümer der Stadt erhalten dazu zum 1. Juli ein Schreiben der Stadtverwaltung. GAB steht für »Grundstücksabflussbeiwert « (GAB). Bei der von Stadtverordnetenvorsteher Axel P. Globuschütz (Grüne) geleiteten BeckerBürgerversammlung in den städtischen Räumen im Erlebnispark ging es um die anstehende Aktualisierung der erstmalig und zuletzt 2013 erhobenen Daten zur Entwässerung. Gerade mal 21 Bürger, darunter acht Parlamentarier und vier städtische Mitarbeiter, waren gekommen, denen Vorstand Thomas Becker (Pohlheim) von der durch Linden beauftragten Kommunal-Consult Becker AG erläuterte, was nun im kommenden Monat auf die Lindener Bürger zukommt. Wie Bürgermeister Fabian Wedemann (CDU) zur Einführung in die Thematik anmerkte, handelt es sich um eine Aktualisierung, es werde keine neue oder zusätzliche Gebühr eingeführt.

Die gemachten Erfahrungen hätten gezeigt, dass Bürger zwar Veränderungen von versiegelten Flächen, die nicht mehr in den Kanal, sondern in eine Zisterne einleiten, melden, aber umgedreht, wenn eine Fläche versiegelt wird, diese Meldung manchmal auf der Strecke bleibt und der Stadt nicht gemeldet wird.

Kostendeckende Gebühren

Erstmalig fand für Linden 2013 eine Flächenerfassung zur Ermittlung der Niederschlagswassergebühren statt. Diese werde nun modifiziert und aktualisiert auch vor dem Hintergrund, dass Gebühren hier kostendeckend erhoben werden. Um den (einmaligen) Erfassungs- und (laufenden) Datenpflegeaufwand und damit auch die gebührenwirksamen Kosten auf Dauer möglichst gering zu halten, wurden auf eine parzellenscharfe Abrechnung der Flächen verzichtet. Für Linden kommt dabei das Verfahren »Grundstücksabflussbeiwerte in Stufen « zur Anwendung.

Hierbei handelt es sich um einen »Wahrscheinlichkeitsmaßstab «. Zur Flächenermittlung über das GAB-Verfahren wurde erneut das Pohlheimer Unternehmen beauftragt, welches durch Luftbildauswertung für jedes Grundstück die befestigten Flächen festlegt. Basierend auf den erfassten befestigten Flächen pro Grundstück erfolgt eine qualifizierte Schätzung der in den städtischen Kanal entwässernden Grundstücksflächen, wobei das Verhältnis der Grundstücksgröße und der in den öffentlichen Kanal entwässernden Flächen den Grundstücksabflussbeiwert (GAB) ergibt. Bei den so ermittelten gebührenrelevanten Flächen lohnt sich eine Änderungsanzeige erst dann, wenn eine andere Stufeneinordnung erreicht wird.

Hotline eingerichtet

Die Fragebögen an die Eigentümer werden am 28. Juni versandt und vom Wasser1. bis zum 19. Juli ist eine von montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 16 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 12 Uhr ereichbare Hotline unter 06403/60572 eingerichtet. Über diese können dann auch Termine für die vom 3. bis zum 30. Juli an neun Tagen in der TV-Halle in Großen-Linden stattfinden Sprechstunden vereinbart werden. Bis zum 2. August sollten die Fragebögen wieder zurückgeschickt werden. Zudem wird ein Onlineservice über die städtische Homepage ab dem 28. Juni unter der Adresse www.linden.abwassersplitting.de eingerichtet.

Wie Becker weiter erläuterte, führt bei Zisternen oder ähnlichen Behältnissen erst eine Sammlung von 1000 Litern und mehr zu einer Reduzierung der angeschlossenen Fläche, wenn das dort gesammelte Niederschlagswasser auf dem Grundstück als Brauchwasser verwendet wird. Wird das Zisternenwasser nach dem Gebrauch, etwa bei Toilette oder Waschmaschine, als Schmutzwasser dem Kanal zugeführt, entsteht dafür die Schmutzwassergebühr.

Im Anschreiben werden die Grundstückseigentümer über die Vorgehensweise mit dem Hinweis »wichtig ist, dass aufgrund der Überprüfung keine zusätzliche Gebühr erhoben wird. Es wird lediglich die bestehende Gebühr an die heutigen Grundstücksverhältnisse angepasst« informiert. Nur bei Veränderungen und Abweichungen zur bisherigen Ermittlung müssen die tatsächlichen Verhältnisse zur Entwässerungssituation des Grundstücks erläutert werden. Bei einer Unter- oder Überschreitung der Stufe des bislang ermittelten mittleren GAB erfolgt eine Einstufung in die zutreffende Stufe.

»Nur falls Änderungen zu einer Eingruppierung in eine andere Stufe führen, ist es erforderlich, den Fragebogen zurückzusenden. Dies bedeutet auch: Wer seinen Bogen bis zum 2. August nicht zurücksendet, kann davon ausgehen, dass die bisher ermittelte Fläche als Bemessungsgrundlage für die Niederschlagswassergebühr herangezogen wird.«

Foto: Wißner

SPEZIALISTEN VOR ORT

FREIE WÄHLER als Garant für Zuverlässigkeit und Beständigkeit in der Kommunalpolitik

Kontakt

FW FREIE WÄHLER Linden
Postfach 1110
35440 Linden

E-Mail schreiben

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.