Viel Kritik am neuen Logo

Gießener Anzeiger, 05. Mai 2022

Neues Logo durchgefallen

Entwurf für »Moderne und zeitgemäße Außendarstellung« wird abgelehnt

Linden (twi). Nach so viel Kritik am Logo der Stadtverwaltung verzichtete Haupt- und Finanzausschuss-Vorsitzender Axel P. Globuschütz (Grüne) auf eine Abstimmung, war das Urteil der Ausschussmitglieder so ablehnend, dass dies nicht auch noch in einer Abstimmung zum Ausdruck gebracht werden musste. Bürgermeister Jörg König (CDU) kündigte nach so viel Kritik an, darüber in der nächsten Magistratssitzung mit den Stadträten nochmals zu sprechen.

Der Magistrat war es, der die Verwaltung damit beauftragt hatte, eine moderne und zeitgemäße Außendarstellung der Stadt Linden zu erarbeiten um ein neues Corporate Identity zu schaffen. Doch was dann in der letzten Stadtverordnetensitzung den Parlamentariern von einer beauftragten Agentur vorgestellt wurde (wir berichteten), sorgte keinesfalls für Jubelstürme und dies schilderte Grünen-Stadtverordnete Dr. Cornelia Marck nun mit den Worten »das Logo hat schon keine Begeisterung ausgelöst. Für mich ist es viel zu wenig leicht, locker und zukunftsorientiert. Es ist schlecht und zu sehr überladen «. Wohl ahnend, was da an Kritik auf König und die für die Erstellung des Logo verantwortlichen Fachbereichsleiter Florian Jochim und Fachdienstleiterin Simone Müller zukam, deren Gesichtszüge angesichts der Kritik verharrten, hatte Globuschütz die Diskussion mit den Worten »wir bewegen uns in einem Bereich, wo es Geschmacksvorstellungen gibt« noch besänftigend eingeleitet.

Farbgebung nicht passend

CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Altenheimer monierte, dass es hier um ein Stück weit um eine spezielle Identität für die Verwaltung und weniger darum gehe, ein Logo für die Stadt zu schaffen. »Ob man so etwas braucht, sollte man kritisch hinterfragen, denn zu einem Gemeinwesen gehören Verwaltung, Vereine und Bürger hinzu. Man hat in dem Logo versucht, das Wappen einzubinden und dem Spruch ›Vereint.hessisch.lebenswert‹ versehen. Die größte Problematik sehe ich jedoch in der Farbgebung. Hier wurden helle Pastellfarben genommen. « Dies gebe für eine Außendarstellung einer Stadt nichts her.

Bevölkerung einbinden

»Wenn man ein neues modernes Logo neben dem Wappen schafft, dann sollte es etwas sein, mit dem sich die Verwaltung und die Bevölkerung identifiziert. Deshalb sollte man hier die Bevölkerung mit einbinden. Das Logo halte ich für kompliziert und für den Zweck, den es erfüllen soll, da habe ich erhebliche Bauchschmerzen. « Harte Worte fand CDU-Stadtverbandsvorsitzender Ralf Burckart, der seinen ersten Eindruck, als das Logo vorgestellt wurde mit den Worten »das ist nichts« zusammenfasste. Vor allem aber der mit dem Logo in Verbindung gebrachte Slogan »Vereint.hessisch. lebenswert« ist für Burckart untragbar. »Mich stört ganz stark ›Vereint‹. Die Stadt Linden ist schon seit über vier Jahrzehnten vereint. Weshalb wir dies hier hervorheben sollen, das frage ich mich. Das sollte man ganz klar überdenken «, plädierte Burckart für einen Aufruf im amtlichen städtischen Bekanntmachungsorgan, um die Bürger hier mitzunehmen.

»Auch uns spricht es nicht so wirklich an«, konnte sich auch SPD-Fraktionsvorsitzende Gudrun Lang ebenfalls mit dem Entwurf nicht anfreunden und plädierte dafür »sich schon einmal Gedanken zu machen, wie man es besser machen kann. Und vor allem unter Bürgerbeteiligung«.

Sicherungskonzept nicht erforderlich

Auch bei der vorausgegangenen Fragerunde zum Doppelhaushalt 2022/23 wurde auf eine Abstimmung verzichtet, weil hierzu bereits eine Beschlussempfehlung des Ausschusses ergangen war, aber noch Fragen zu klären waren. Manfred Leun (FW) empfahl angesichts des zu erwartenden Defizits ein Haushaltssicherungskonzept. Dies sollte mit den Aufsichtsbehörden bis zur Sitzung am Dienstag abgestimmt und vorgelegt werden. »Wir brauchen das nicht, es ist alles dreimal geprüft«, erklärte König, dass ein solches Haushaltssicherungskonzept nicht erforderlich sei. Die Auswirkungen des Doppelhaushalts 2022/23 sehen einen Anstieg der Personal- und Versorgungskosten gegenüber 2020 mit 6,976 Millionen Euro um fast 50 Prozent um 3.41 Millionen Euro und im Jahr 2023 um 4,01 Millionen Euro vor. »Die Steigerung der Personalkosten entspricht bei der ausschließlichen Erhöhung der Grundsteuer B für das Jahr 2022 anteilig rund 91 Prozent bei einer Erhöhung von 365 auf 456 Prozent und 2023 um 181 Prozent bei einer Anhebung des Hebesatzes von 365 auf 546 Prozent«, so die Antwort Königs zur Anfrage von Frank Hille (CDU).

Bei weiteren unklaren Positionen ging es etwa um die Ausstattung des Seniorenbeirats sowie der Fachdienst- und Fachbereichsleiter der Verwaltung mit Tablets für den elektronischen Sitzungsdienst.

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