Personalmangel in Lindener KiTa

Gießener Anzeiger, 02. Dezember 2021

»Stellen attraktiver machen«
Elternbeirat der Kita-Obergasse in Linden kritisiert Personalmangel

Linden (twi). Sichtlich verärgert sind die Eltern der Kinder, KiTa Obergassedie in der städtischen Kindertagesstätte Obergasse in Großen-Linden betreut werden. Sie haben ihren Unmut in einem Schreiben des Elternbeirats an den Magistrat und die Fraktionsvorsitzenden der verschiedenen Parteien hinsichtlich der unakzeptablen Personalsituation und der damit einhergehenden unglücklichen Kommunikation der Stadt geäußert.

In der Sozialausschusssitzung am Dienstagabend sprach Dirk Schimmel (SPD) das wenige Stunden zuvor verschickte Schreiben an und hakte bei Bürgermeister Jörg König nach, der eine Beantwortung für die in zwei Wochen stattfindende Stadtverordnetenversammlung ankündigte.

Seit Jahren herrsche in Linden ein Mangel an Kita-Plätzen. Nun wurde endlich eine neue Kita eröffnet, was zunächst einmal eine gute Nachricht ist. Die schlechte Nachricht ist, dass hierfür nicht genug Erzieherinnen und Erzieher eingestellt werden konnten. Erfahrenes Personal wurde von anderen Kitas der Stadt Linden abgezogen, was grundsätzlich ebenfalls sinnvoll erscheint. Allerdings führte dies in diesen abgebenden Kitas zu unbesetzten Stellen. Was hat nun die Stadt Linden getan, um dem Personalmangel Abhilfe zu schaffen? Nach Meinung des Elternbeirats der Kita
Obergasse: »Zu wenig«,.

Jetzt spitze sich die Lage durch das Fehlen von 3,5 Stellen noch einmal deutlich zu. Einige Erzieher seien erkrankt, was kein Problem darstellen würde, wenn alle Stellen besetzt wären. Unter den gegebenen Umständen aber sei der vorgeschriebene Betreuungsschlüssel nicht mehr zu gewährleisten.

Das Problem werde auf die Eltern verlagert, die ihre Kinder  an sieben, und wenn möglich vielleicht auch zwölf Tagen, zu Hause betreuen sollen. »Viele von uns können nur unter größten Mühen die Kinder zu Hause lassen, viele aber auch gar nicht«, so der Elternbeirat.

Mit Schreiben vom 29. November hatte Bürgermeister Jörg König an die Eltern appelliert, die Nutzung von Betreuungsangeboten im Monat Dezember auf ein Minimum zu reduzieren. Allerdings sei in der Obergasse bereits im November lediglich eine Notbetreuung aufgrund erkrankter Mitarbeiter angeboten worden. »Die Situation ist ein Resultat aus jahrelanger Fehlplanung und Desinteresse der Stadt Linden an der Qualität ihrer Kinderbetreuungsangebote. « Personal für die neue Einrichtung sei ausschließlich per Ausschreibung auf der Homepage der Stadt Linden gesucht worden. Es sei bereits seit Jahren bekannt, dass Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich herrsche.

Dauerausscheibung

Städtische Stellenausschreibungen seien weder auf dem Jobbörse-Portal der Agentur für Arbeit noch auf dem Stellenportal des öffentliches Dienstes noch auf anderen Online-Jobplattformen zu finden, im Gegensatz zu denen anderer umliegender Kommunen.

Weiterhin stellt der Elternbeirat fest, dass die Kita-Stellen bei der Stadt Linden im Vergleich zu anderen Kita-Trägern nicht die attraktivsten seien. »Warum werden die Stellen nicht attraktiver gemacht? «, fragt der Elternbeirat und fordert die Stadt auf, deutlich mehr Engagement zu zeigen, die Betreuungssituation in den Lindener Kitas zu verbessern. König hatte bereits zuvor auf die große Anzahl an fehlenden Stellen und Überlegungen hingewiesen, Anreize zu schaffen, um Erzieher zu gewinnen (der Anzeiger berichtete).

Der Erste Stadtrat Harald Liebermann hatte im September zur Bewerbungssituation mitgeteilt, dass es zu vier Bewerbungsverfahren 34 Bewerbungen gab, wobei 19 zu einem Gespräch eingeladen wurden, sieben ihre Bewerbung zurückgezogen und vier Personen letztendlich eingestellt wurden. »Aufgrund der nicht zufriedenstellenden Resonanz haben wir uns dann für eine Dauerausschreibung entschieden, die auch immer noch läuft«. »Von elf Mitarbeitern sind fünf erkrankt. Vom Stellenplan haben wir genügend Mitarbeiter in der Obergasse. Es gibt leider nicht genügend Erzieher, die man einsetzen kann. Wir haben auch Abgänge in der Obergasse gehabt, die gerne in die neue Kindertagesstätte Kinderträume gegangen sind. Insofern haben wir ein Interesse, die neue Kita zum Laufen zu bekommen «, verwies König auf die weitere Suche nach Personal. Auch die kurzfristige, aber Corona-bedingte Kommunikation verärgerte die Eltern, denen am Montagmittag ein Schreiben mit der Aufforderung überreicht wurde, bis Dienstagfrüh die Notbetreuung für den kompletten Dezember einzutragen.

Kitaleiterin Marilena La Corte hatte aber bereits reagiert und darauf hingewiesen, dass die Kita selbstverständlich weiterhin geöffnet sei. Es handele sich hierbei lediglich um einen Appell. »Aufgrund der aktuellen Personalsituation bitten wir Sie den ausgefüllten Rückmeldebogen abzugeben, um für uns die Betreuung von sieben bis 16.30 Uhr besser planen zu können«, heißt es jetzt.

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