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Ärger um Neubesetzung

Gießener Anzeiger, 04. Februar 2021

„Ins Gerede gekommen“

Diakoniestation Linden hat Personalprobleme / Ärger um Neubesetzung einer Stelle löst Kündigungen aus

Diakonie

Von Thomas Wißner

LINDEN. Fast 40 Jahre gibt es die Lindener Diakoniestation, die aktuell ärgere Personalprobleme hat. Diese sind sogar sichtbar, denn die Fahrzeuge der Diakoniestation prägen nicht wie ansonsten das Stadtbild, wenn sie von Einsatz zu Einsatz flitzen. Dies hat keinesfalls etwas mit Corona zu tun. Aufgrund der Personalsituation können nicht mehr alle Patienten versorgt werden. Es wurden Kunden sogar darum gebeten, zur Überbrückung andere Pflegedienste zu nutzen.

Das gibt das angehende Aufsichtsratsmitglied Axel Zeiler-Held unumwunden zu, erklärt aber im gleichen Atemzug, dass es derzeit Einstellungsgespräche gebe und sicherlich mehr als 70 Prozent der Arbeiten erledigt werden könne. „Ich bin guter Hoffnung, dass es sich bald entspannt“, betont der Geistliche.

Das Problem in der Einrichtung scheint auch hausgemacht – aufgrund von Entscheidungen im Aufsichtsrat, das weiß der Lindener Pfarrer, fügt aber hinzu: „Die ZahrtProbleme, qualifiziertes Personal zu finden, gab es allerdings schon vorher.“ Der zum 1. März anstehende Ruhestand der seit 2008 agierenden Pflegedienstleiterin Gabriele Keiner und die damit einhergehende Stellenausschreibung zur Neubesetzung brachten Unruhe in die Station. Als eine hausinterne Nachfolge-Bewerbung nicht durchging und eine externe Stellenausschreibung erfolgte, sorgte das für Unmut unter den Mitarbeitern. Infolge waren drei Kündigungen zu verzeichnen. Die eigentlich noch bis Ende des Monats tätige Pflegedienstleiterin Gabriele Keiner wurde beurlaubt.

Der im Oktober 1981 gegründete ambulante Pflegedienst hatte der Leihgesterner Gemeindepfarrer Walter Bujard aufgebaut. Vielen ist die Tatsache nicht bewusst, dass der zugehörige Förderverein Soziale Dienste Linden um Ehrenbürgermeister Dr. Ulrich Lenz an der Spitze keinerlei Mitverantwortung in der Diakoniestation hat, ebenso wie auch die Stadt. Beide fungieren lediglich als Kooperationspartner.

Der Abschied von Bujard war 2009 mit der Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) mit einem bezahlten Geschäftsführer verbunden, weil auch die Aufgaben immer umfangreicher wurden. Helmut Müller übernahm zunächst den Posten, den mittlerweile Matthias Barho innehat, der in gleicher Funktion auch beim benachbarten Seniorenzentrum Linden tätig ist.

Verbunden mit der Umwandlung waren auch die Einführung der hierfür erforderlichen Organe einer gGmbH mit Gesellschafterversammlung, Aufsichtsrat und eben Geschäftsführung. Alleiniger Gesellschafter der gGmbH ist der Zweckverband „Lindener Diakonie“, der wiederum von den beiden evangelischen Kirchengemeinden Großen-Linden und Leihgestern getragen wird. Diesen Wandel hat die 2008 zur Pflegedienstleiterin berufene Gabriele Keiner mit vollzogen. Diese hatte im April 2000 als Pflegefachkraft unter der damaligen Pflegedienstleiterin Eva Steinmetz begonnen und 2008 als Leiterin mit ihrer Stellvertreterin Andrea Zahrt die Pflegedienstleitung der Diakoniestation übernommen. Ein Team, das 13 Jahre die Station erfolgreich leitete. Zahrt arbeitete sogar seit 1988 inKeiner der Diakoniestation und wechselt nun zur Königsberger Diakonie in Wetzlar, wo sie ihre ehemalige „Chefin“ Eva Steinmetz wieder trifft. Neben den Kündigungen gibt es eine größere Zahl an Krankheitsfällen, allerdings nicht pandemiebedingt. Diesen Problemen muss sich nun auch der Aufsichtsrats-Neuzugang Pfarrer Axel Zeiler-Held stellen, der erst vor zwei Wochen kommissarisch nachrückte, nachdem Reinhold Faber aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt hatte. Zeiler-Held verwies im Gespräch mit unserer Zeitung auf seit längerer Zeit unbesetzte Stellen und bestätigte aktuell einen sehr hohen Stand an erkrankten Mitarbeiterinnen. Von den rund 30 Mitarbeitern der Station seien 20 im Außendienst eingesetzt. „Es gibt nun tatsächlich Probleme, die Patienten in der gewohnten Weise zu versorgen. Die Mitarbeiterinnen, die einsatzfähig sind, leisten momentan ihren Dienst weit über das normale Maß hinaus. Erschwerend kommt hinzu, dass einzelne Mitarbeitende zum Zeitpunkt, an dem Frau Keiner in Rente geht, die Station auf eigenen Wunsch ebenfalls verlassen werden. Der Wechsel zu Frau Debora Schaab-Schieferstein, der eigentlich als gleitender Übergang in den Monaten Januar und Februar geplant war, konnte so nicht stattfinden. Deshalb hat Frau Schaab-Schieferstein die Pflegedienstleitung seit letzter Woche übernommen. Frau Keiner hat ihren Resturlaub angetreten“. Derzeit sei die neue Leiterin fast den ganzen Tag selbst in der Pflege unterwegs, um die Patientenversorgung sicherzustellen. „Wir haben vorsorglich die entsprechenden Stellen über die angespannte Situation informiert und mussten zu unserem großen Bedauern auch einzelne Patienten an andere Pflegedienste vermitteln, weil wir da verantwortlich handeln wollen und nicht in die Situation geraten wollen, die Pflege nicht leisten zu können. Es gibt nun auch Interessentinnen für die ausgeschriebenen Stellen, allerdings brauchen wir weiterhin vor allem examinierte Pflegekräfte“, so Zeiler-Held.

Der Vorsitzende des Fördervereins „Soziale Dienste“, Dr. Ulrich Lenz, betonte: „Ich bedauere es sehr, wie die aktuelle Situation ist. Ich hatte in den letzten Tagen, vor allem am letzten Wochenende, viele Anrufe von Patienten und auch Betreuern bekommen, die sich um ihre Betreuung fürchteten und dieses teilweise unter Tränen mir schilderten. Dies alles ist sehr belastend. Leider ist unsere Diakoniestation ins Gerede gekommen“. Dass die aktuelle Situation eklatant ist, zeigen erste Patientengesuche nach neuer Betreuung im Internet, weil der Versorgungsauftrag der Diakoniestation nicht mehr gewährleistet ist. Gerade einmal drei Mitarbeiterinnen waren am Dienstag im Einsatz, viel zu wenige, um den Anforderungen und Auflagen des medizinischen Dienstes nachzukommen.

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