• FREIE WÄHLER in Linden - unsere Heimat

  • FREIE WÄHLER in Linden - aktiv für SIE vor Ort

  • 1
  • 2

Kinderbetreuung

Gießener Anzeiger, 21. Februar 2019

Notgruppe auch Kostenfrage

Bürgermeister Jörg König wünscht sich Aufnahme von Kindern im evangelischen Kindergarten, bekommt aber nur grünes Licht für das Gemeindehaus

Von Thomas Wißner

LINDEN. 49 unter Dreijährige (U 3) und neun Kinder über drei Jahre (Ü 3) stehen auf der aktuellen Warteliste der Stadt Linden für einen Kindergartenplatz. Für das neue Kindergartenjahr gibt es bereits 105 Anmeldungen. Bürgermeister Jörg König machte die Zahlen in der Stadtverordnetensitzung publik und zog sich gleich den Unmut der Parlamentarier über die aktuelle Kindergartensituation zu.

Gudrun Lang (SPD) sprach von einer „unzureichenden Betreuungssituation“ in der Stadt. Diese erscheine manchem „als Luxusproblem, den betroffenen Eltern aber nicht“, spielte damit auf eine Aussage Königs im Bürgermeisterwahlkampf an. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Christof Schütz, erinnerte an den „ach so dringenden Kindergartenneubau 2016“. Von diesem sei aktuell ebenso wenig in Sicht wie von einer Bauernhof- Kita und den Tieren hierfür. Und die im vergangenen Jahr von den Grünen geforderte zweite Waldkindergartengruppe sei mit den Worten „Dafür gebe es keinen Bedarf, die Eltern wollten das nicht“ abgewehrt worden. „Hätten wir es vergangenes Jahr angefasst, hätten wir heute 20 Kinder ev GemHaus Leihgweniger auf der Liste“, stellte Schütz fest.

Zur aktuellen Kindergartensituation informierte König, dass es mittlerweile gängige Praxis sei, alle Eltern direkt nach der Geburt anzuschreiben. „Die Praxis zeigt, dass die Eltern mit einem dringlichen Bedarf mit der Stadt Kontakt aufnehmen. Hier konnte bisher allen geholfen werden“, so König. Für das Kindergartenjahr 2019/20 sind 105 Kinder angemeldet, allerdings gehen auch 94, sodass bisher elf Kinder neu auf die Warteliste kommen würden.

Doch so einfach ist die Rechnung nicht. Nicht alle 105 Kinder sind über drei Jahre, es ist ein kunterbunter Mix aus Kindern, der unterschiedlicher Betreuungsbedarf. Für die Ein- bis Zweijährigen wären 2,5 Stellen einzuplanen. Für die Zwei- bis Dreijährigen noch 1,5 Stellen in einer Gruppe und für die über Dreijährigen dann nur noch eine, so das Gesetz. Fest steht damit, dass es weiterhin eine längere Warteliste geben wird. Und im Rathaus wird natürlich auch auf die Nachbarkommunen geschaut. Dort zeichne sich das gleiche Bild ab, heißt es.

Linden verfügt bereits über 461 städtischeKindergartenplätze in der Bahnhofstraße, Obergasse, im Stadtzentrum und Regenbogenland. Hinzu kommen noch weitere 169 fremde Kindergartenplätze im evangelischen Kindergarten Leihgestern, dem evangelischen Waldkindergarten „Forstifanten“ Großen-Linden und in der privaten Kindertagesstätte „Die Mäuschen“ in Großen-Linden. Bis der neue, dann fünf Gruppen umfassende Kindergarten „Nördlich Breiter Weg“ steht, wird es noch einige Monate dauern und bis zu dessen Einweihung die Situation im Kindergartenbereich sowohl bei U 3 als auch bei Ü 3 sehr angespannt sein. Die Stadt hat bereits reagiert: Eine Notgruppe wurde im „Regenbogenland“ in Leihgestern eingerichtet und in der Obergasse in Großen-Linden eine Nachmittagsgruppe, die allerdings nicht gut angenommen wird. Die Eltern wollen ihre Sprösslinge lieber am Vormittag betreuen lassen, hört man aus dem Rathaus. „Wir haben eine Notgruppe dort, wo es geht eingerichtet und wo es die Aufsicht zugelassen hat. Dies ist im ,Regenbogenland’. Im Stadtzentrum hatten wir früher eine Notgruppe, doch das geht nicht mehr. Ich kann sonst nirgendwo eine Notgruppe einrichten“, macht König das Problem deutlich.

Die Pressereferentin des Landkreises, Nadine Jung, stellte dann auch fest, dass in Linden „eine erhebliche Anzahl an Kita-Plätzen fehlt. Eine Lösung wäre die Notgruppe im evangelischen Kindergarten Leihgestern und eine andere Lösung wäre eine Notgruppe im evangelischen Gemeindehaus in Leihgestern. Für beide Lösungen ist eine Gruppe mit 25 Faktorpunkten angedacht.“

Diese Überlegungen hatte König auch in der Jugendausschusssitzung vorgestellt. Er wies im Gespräch mit dem Anzeiger aber darauf hin, dass die evangelische Kirchengemeinde Leihgestern nicht dazu bereit sei, eine Notgruppe einzurichten, die mit so gut wie keinen weiteren Kosten für die Stadt verbunden wäre. Stattdessen will die Kirchengemeinde erneut Räumlichkeiten in ihrem Gemeindehaus zur Verfügung stellen. Dieses musste bereits schon einmal als Kindergartennotlösung dienen, als der evangelische Kindergarten 2013/14 für rund eine Million Euro saniert wurde. Eine Notgruppe im Gemeindehaus würde die Stadt nur rund 20 000 Euro kosten, um die im ersten Obergeschoss gelegenen Räumlichkeiten herzurichten und eine Fluchttreppe auf der Südseite des Gebäudes in den Pfarrgarten anzubringen. Hinzu kämen zusätzliche Personalkosten, weil es sich nicht um eine Gruppe in einem bereits bestehenden Kindergartengebäude handelt.

Sprecher des verantwortlichen evangelischen Dekanats Gießen und der Kirchengemeinde wollten auf Anfrage vor zwei Wochen abgestimmt antworten.

Die Stadt Linden teilte mit, dass ihr für das kommende Kindergartenjahr 2019/20 bisher 105 Anmeldungen vorliegen. Sie machte deutlich, dass man Prioritäten, gerade bei berufstätigen Eltern oder Alleinerziehenden setze, und die Wartelisten so schnell wie möglich abarbeite. Auch im neuen Kindergartenjahr werde es diese Listen aber geben und nicht immer könnten die Wünsche der Eltern vollständig berücksichtigt werden. Kompromisse seien notwendig. Eine Entspannung erhofft sich die Stadt dann durch die anderen Projekte und den neuen Kindergarten an der Wiesengrundschule.

SPEZIALISTEN VOR ORT

FREIE WÄHLER als Garant für Zuverlässigkeit und Beständigkeit in der Kommunalpolitik

Kontakt

FW FREIE WÄHLER Linden
Herderstraße 12
35440 Linden

E-Mail schreiben

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok