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SPD: Bürgermeister spaltet

Gießener Anzeiger 04. Dezember 2018

 SPD: Bürgermeister spaltet

Kommission verbietet CDU-Unterschriftenaktion auf dem Nikolausmarkt in Leihgestern

LINDEN (ee/red). Hatte im Vorfeld des Nikolausmarktes in Leihgestern Bürgermeister Jörg König mit einem Flugblatt im örtlichen Mitteilungsorgan zu einer Unterschriftenaktion „Rettet unseren schönen Spazierweg um die Grube  Fernie!“ aufgerufen und dabei Logo Linden BM Wahlauch um Rückgabe am Stand der CDU gebeten, so wurde dieses Vorhaben durch die Nikolausmarktkommission untersagt. Diese hatte bereits im Vorfeld nach den Querelen des Vorjahres und im Vorfeld des Nikolausmarktes (der Anzeiger berichtete) die Parteien darüber informiert, dass sämtliche Parteiwerbung zu unterlassen ist. Die SPD hat nun zum Vorfall eine Pressemitteilung herausgegeben. „Gäbe es am 9. Dezember keine Bürgermeisterwahl, die Verlegung des Weges um die Grube Fernie wäre kein Thema und schon längst im Gange. Der Amtsinhaber suchte verzweifelt nach einem Wahlkampfthema und hat sich das falsche ausgesucht“, kritisierte der Vorsitzende der SPD Linden, Frank Steibli.

Die Debatte um die Grube Fernie sei „ein Armutszeugnis für den aktuellen Rathauschef“, so Steibli. „Ein  Bürgermeister muss versöhnen, muss unterschiedliche Interessen zusammenführen. Was aber tut er? Er polarisiert und spaltet und tut am Ende nichts für die Zukunft dieses wichtigen Naturschutz- und Naherholungsgebietes.“ Er hätte frühzeitig darüber informieren müssen, dass es hier um die Versöhnung von Mensch, Tier und Natur geht, und nicht darum, wer sich durchsetzt.

Tiere und Pflanzen hätten immer das Nachsehen, wenn Menschen sich nicht kümmerten und sie schützten. Die Verlegung eines kleinen Stück Weges um die Grube Fernie sei ein Kompromiss zwischen den Lindenern einerseits und den dort siedelnden Tieren und Pflanzen andererseits. Gerade für die, die Naherholung suchen und ihren Kindern und Enkeln eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zeigen wollen, denen sollte eine Erhöhung der Attraktivität der Grube Fernie am Herzen liegen. „Damit macht man nicht krawalligen Wahlkampf!“ Mit Felix Koop bekomme Linden, da ist sich Steibli sicher, einen Bürgermeister, der die Sensibilität besitze, auch ein solches Naturthema verständnisvoll und klug durch eine politische Debatte zu führen und allen Argumenten einen Platz einzuräumen, ohne dass am Ende Tiere und Pflanzen auf der Strecke bleiben würden. „Man muss wahrlich kein Tier- und Pflanzenfreund sein, um zu sehen, dass eine Unterschriftenkampagne gegen die Umwelt mehr Schaden als Nutzen für die Stadt Linden und ihre Bürger stiftet“, so der SPD-Vorsitzende.

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